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FÖRDERUNG IN NIEDRIGZINSPHASE: WANN MACHT EIN KFW-DARLEHEN SINN?

August 05, 2019

Die staatliche KfW-Bank fördert Kauf- und Bauvorhaben mit günstigen Krediten und Zuschüssen. Vor allem für energieeffizient gebaute Immobilien und die Sanierung von Bestandsimmobilien zum Effizienzhaus winken attraktive Konditionen. Allerdings haben auch die Zinssätze der Kreditinstitute Tiefstände erreicht. Wir zeigen, wann sich die Förderung durch die KfW noch lohnt. Sobald die ersten Pläne für das Bauvorhaben stehen, sollten Bauherren einen Blick in die Förderprogramme der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) werfen. Wie hoch die KfW-Förderung zu einem Projekt ausfällt und welche Baumaßnahmen unterstützt werden, ist in verschiedenen Programmen der KfW festgelegt. Für Privatpersonen sind vor allem das Baukindergeld, die Programme zum energieeffizienten Bauen und Umbauen, zu altersgerechten Umbauten und zur Förderung von erneuerbaren Energien und Photovoltaik-Anlagen interessant.

KfW Zuschüsse beantragen

Die Förderung durch die KfW ist, je nach Bauvorhaben, entweder als Zuschuss oder als Darlehen möglich. Zuschüsse sind für Bauherren in vielen Fällen rentabel, da sich die KfW direkt an den Kosten des Vorhabens beteiligt. Bei einer energetischen Sanierung oder einem entsprechenden Neubau übernimmt die KfW beispielsweise bis zu 50 Prozent der Kosten für eine professionelle Baubegleitung. Zuschüsse und Darlehen sind unter anderem für einbruchshemmende Maßnahmen, altersgerechte Umbauten und für die Installation moderner Heizungs- und Lüftungsanlagen möglich. Die entsprechenden Anträge können in den meisten Fällen online im KfW-Zuschussportal gestellt werden. In einigen Fällen ist empfehlenswert, vor Antragsstellung einen Energieberater zu Rate zu ziehen. 

Günstiges KfW-Darlehen

Beim KfW-Darlehen handelt es sich um ein zinsgünstiges Förderdarlehen, das durch den Staat subventioniert wird. Zu den Aufgaben der KfW gehört unter anderem die Förderung von Wohnungsbau durch das Wohneigentumsprogramm sowie die Unterstützung in den Bereichen Effizienzhaus und erneuerbare Energien. Aus diesem Grund vergibt die KfW günstige Kredite für Bauprojekte, die in die Ziele der Förderprogramme einzahlen. In den meisten Fällen ist der effektive Jahreszins der Förderbank günstiger als der anderer Kreditinstitute. Die Zinssätze können auf der Webseite der KfW tagesaktuell eingesehen werden. Darüber hinaus bietet die KfW auch einige Sonderkonditionen, die das Darlehen für Bauvorhaben durchaus attraktiv machen können. 

Tilgungsfreie Anfangsfinanzierung

Wer einen Kredit der KfW in Anspruch nimmt, muss in der Regel erst ein bis fünf Jahre später mit der Tilgung beginnen. In dieser Zeit werden nur die Zinsen für das Darlehen gezahlt, nicht aber der Kredit selbst. Die tilgungsfreien Jahre sind besonders in der Bauphase von Vorteil, da sie die Doppelbelastung durch Miete und Darlehensraten vermindert.  

Tilgungszuschüsse

Einige Bauvorhaben werden durch die KfW durch eine Kombination aus Zuschuss und Darlehen gefördert. Für energieeffizientes Bauen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit einen Kredit über die KfW zu erhalten und von einem Tilgungszuschuss zu profitieren. Wie hoch dieser Zuschuss ausfällt, hängt davon ab, welches Förderziel erreicht wird – je energieeffizienter ein Neubau wird, desto höher ist beispielsweise der Teil der Darlehenssumme, die die KfW erlässt. Diese Förderung ist über eine maximale Kreditsumme von 100.000 Euro pro Wohneinheit im Neubau möglich. Der Tilgungszuschuss kann je nach energetischem Standard 5.000, 10.000 oder 15.000 Euro betragen. Diese Zuschüsse sollten bei einem Vergleich verschiedener Konditionen unbedingt berücksichtigt werden, da die Tilgungszuschüsse die Kreditsumme verringern und damit die Zinsen deutlich reduzieren. 

Vorsicht bei Laufzeit und Vorfälligkeit

Mit niedrigen Zinsen und Tilgungszuschüssen bietet ein KfW-Darlehen einige Vorteile. Allerdings müssen Darlehensnehmer auch einige Abstriche in Kauf nehmen. 

Keine Möglichkeit der kostenfreien Sondertilgung

Die meisten Banken bieten Kreditnehmern die Möglichkeit eine einmalige jährliche Sondertilgung zwischen fünf und zehn Prozent des Kreditbetrags zu tätigen, um das Darlehen möglichst schnell zu tilgen. Die KfW bietet für Anträge ab dem 17. April 2018 allerdings keine kostenfreien Sondertilgungen mehr an. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung des gesamten Kreditbetrags müssen Kreditnehmer deshalb eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.

Kurze Zinsbindung

Darüber hinaus bietet die KfW Darlehen häufig nur mit einer vergleichsweise kurzen Zinsbindungsfrist von bis zu zehn Jahren an. Wer sein Projekt über die Förderbank finanziert, muss also im Anschluss bei einer ungünstigen Zinsentwicklung mit einer vergleichsweise hohen Anschlussfinanzierung rechnen. 

Finanzierungsmöglichkeiten immer individuell prüfen

Ob sich eine Förderung durch die KfW lohnt, lässt sich nicht pauschal sagen. Finanzielle Zuschüsse, relativ geringe Darlehenszinsen und eine tilgungsfreie Anfangsfinanzierung machen die Angebote der Förderbank in vielen Fälle attraktiv. Trotzdem sollten Bauherren genau prüfen, wie ihr Projekt über Zuschüsse, Energieeinsparungen und optimale Kreditkonditionen ideal finanziert werden kann. Dabei sollten auch alternative Kreditmöglichkeiten und Förderprogramme genau unter die Lupe genommen werden. Helfen kann ein unabhängiger Finanzberater.