Zum Hauptinhalt springen

AKTUELLE ENTWICKLUNG DES IMMOBILIENMARKTES – KAUFEN ODER WARTEN?

Mai 14, 2019

Wer sich eine Immobilie kaufen will, muss sich die Frage stellen, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist. Vor allem das anhaltend niedrige Zinsniveau lässt viele über einen Haus- oder Wohnungskauf nachdenken.

Klar ist zunächst: Ausgelöst durch die Finanz- und Währungskrisen in den Jahren 2008 und 2010 befinden sich die Zinsen seit über acht Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Da die Europäische Zentralbank den Leitzins weiter auf null belässt und lediglich ihre Anleihekäufe zurückfährt, sind aktuell keine großen Sprünge bei den Zinsen für Baudarlehen zu erwarten.

Die Zinswende werde frühestens im kommenden Jahr eingeleitet, die Währungshüter bekräftigten, ihre Schlüsselzinsen noch bis mindestens Ende Dezember nicht antasten zu wollen. Das hat zur Folge, dass der Immobilienerwerb attraktiv bleibt und auch in kleineren Städten die Preise weiter nach oben klettern.

Sollten sich die Zinsen für Baudarlehen wie erwartet in den kommenden Jahren nicht spürbar erhöhen, bleiben Immobilien weiterhin eine attraktive Anlagemöglichkeit

Lukrativer als Aktien

Die Bauzinsen sind seit 2010 daher deutlich stärker gefallen als die Preise für Wohnimmobilien. Mit anderen Worten, in Zeiten von Niedrigzinsen konnten Immobilien ihrem Ruf als sprichwörtliches "Betongold" mehr als gerecht werden. Tatsächlich lag die mittlere Gesamtrendite bei Immobilien in den großen Metropolen der Welt bei etwa 10 Prozent pro Jahr, so der UBS-Index. Damit war die Investition in Immobilien lukrativer als in die Aktienmärkte.

Anders als bei den Mieten zeichnet sich bei den Kaufpreisen noch keine Trendwende ab. Vor allem die Preise für Eigentumswohnungen steigen weiter. In allen sieben deutschen Top-Städten ging es im ersten Quartal 2019 nach oben.
 

Immobilienpreise steigen weiter

Nach einer Umfrage des Deutschen Städtetages sind die Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser 2018 in den Städten weiter gestiegen. Das sei in über 80 Prozent der untersuchten Städte der Fall gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Organisation vom Montag. Für die Umfrage zur Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes wertet der Städtetag jährlich die Daten aus den Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in den beteiligten Städten aus.

Die Entwicklung werde auch 2019 weitergehen, so die Prognose. 81 Prozent von 71 befragten Städten, die dem Dachverband angehören, registrierten 2018 besonders steigende Preise für Wohnungen. 90 Prozent der Kommunen ermittelten in diesem Segment höhere Preise, das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für die Umfrage ermittelten zwölf Prozent der Städte konstante, sieben Prozent sinkende Preise für unbebaute und bebaute Grundstücke sowie Wohnungen und Häuser.

Und selbst wenn die Zinsen leicht stiegen, hätte das kaum Auswirkungen auf die Preiserhöhungen. Für die Prognose wurde ein Zinssatz von 1,85 Prozent zugrunde gelegt. Bei zwei Prozent für Baukredite würden die Preise also minimal weniger steigen. In München betrüge das Plus dann zwölf statt 15 Prozent, in Berlin elf statt 13 Prozent. Damit der Immobilienboom zu Ende geht und die Preise stagnieren oder sogar fallen, müssten Kredite deutlich teurer werden.

Denn laut dem IW-Wohnkostenreport ist Wohneigentum noch immer historisch günstig. Inflationsbereinigt liegen die Immobilienpreise aktuell auf dem Niveau von Mitte der neunziger Jahre, zitiert Voigtländer Zahlen der OECD.

Förderungen und Baukindergeld erleichtert die Finanzierung

Befeuert werde die aktuelle Entwicklung durch sinkende Bauzinsen und das neue Baukindergeld, wodurch der finanzielle Anreiz für Immobilienkäufer weiter wachse. Also noch ein Grund, um mit der Anschaffung von Wohneigentum nicht zu lange zu warten. Pro Kind gibt es bis zu 12.000 Euro, die über zehn Jahre in Raten von 1.200 Euro ausgezahlt werden. Wenn eine Wohnung in einer deutschen Metropole finanziert werden soll, dann reicht das Baukindergeld Ende 2020 im Zweifel nur dafür, den Preisanstieg des Kinderzimmers zu bezahlen. Dazu können Bauherren von attraktiven Förderprogrammen profitieren, wie dem KfW-Darlehen für energieeffiziente Wohnräume.

Jetzt einsteigen und günstigen Wohnraum sichern

Es lohnt sich also, mit Kauf oder Neubau nicht zu warten. Mehr kann man nicht sparen, als ein oder zwei Jahre früher einzusteigen und dem als sicher geltenden Preisanstieg ein Schnippchen zu schlagen.